Eine Delegation der Diözese Płock nahm am 27. Mai zusammen mit Vertretern des Katholischen Jugendverbandes an der Generalaudienz von Papst Leo XIV. teil. Bischof Szymon Stułkowski und Bischof Adam Bab, Delegierter der Polnischen Bischofskonferenz für des Katholischen Jugendverbandes, sowie Erzbischof Wojciech Polak, der Primas von Polen, stellten dem Papst die Initiative einer Pilgerreise auf den Spuren des heiligen Stanisław Kostka von Wien nach Rom vor, die für das Anliegen der Berufungen organisiert wird.
Ein mit Spannung erwarteter Moment des Treffens war die Segnung des „Berufungskoffers“ durch den Heiligen Vater – eines besonderen Reliquienschreins, der die Pilger auf ihrem über 1.600 Kilometer langen Weg begleiten wird. In dem Koffer befinden sich Reliquien des heiligen Stanisław Kostka und des heiligen Carlo Acutis sowie ein Gemälde, das von der Szene der Berufung des heiligen Matthäus nach Caravaggio inspiriert ist. Der Urheber dieser zeitgenössischen Interpretation ist der junge französische Maler Bruno Desroches. – Warum ist es so wichtig, dass der Heilige Vater diesen Koffer gesegnet hat? Weil er durch diesen Koffer auch den Weg gesegnet hat. Dies ist keine private Initiative der Diözese Płock, sondern eine Initiative der gesamten Weltkirche“, betonte Bischof Szymon Stułkowski.
Der Bischof von Płock wies darauf hin, dass das Problem der sinkenden Zahl von Berufungen heute die Kirche weltweit betrifft. – Überall sehen wir, dass es weniger junge Menschen gibt, die auf die Berufung antworten. Und der heilige Stanisław Kostka ist ein radikales Beispiel dafür, wie man um seinen Platz in der Kirche und um seine Berufung kämpfen kann – sagte er nach der Audienz.
Die Delegation überreichte dem Heiligen Vater außerdem ein personalisiertes Pilger-T-Shirt mit der festgelegten Route sowie eine Ikone des heiligen Stanisław Kostka – des Schutzpatrons des Katholischen Jugendverbandes. Wie Pater Andrzej Lubowidzki, Generalassistent des KSM, der zusammen mit der Delegation der pilgernden Jugendlichen in Rom anwesend war, betonte, kann die Gestalt des heiligen Stanislaus für sie heute eine besondere Inspiration sein. „Er wusste, was er wollte, und blieb dieser Entscheidung treu. Weder seine Familie noch Schwierigkeiten konnten ihn dazu bringen, seine Berufung aufzugeben. Er strebte konsequent sein Ziel an“, bemerkte Pater Lubowidzki.
Der Priester erläuterte auch die Symbolik der Ikone, die dem Heiligen Vater überreicht wurde – derselben, die die Jugendlichen auf einer Etappe ihrer Reise begleiten wird. – Die Künstlerin wollte den heiligen Stanislaus vor allem als einen Menschen zeigen, der eine tiefe Beziehung zu Gott hatte. In der linken oberen Ecke sehen wir die Muttergottes, zu der er eine besondere Verehrung hegte. Die gesamte Theologie seines Lebens beruhte darauf, dass er trotz Hindernissen und Schwierigkeiten zu Christus ging“, betonte er.
Bischof Adam Bab hob hervor, dass die Pilgerreise jungen Menschen helfen soll, die Stimme Gottes in ihrem Leben zu entdecken. – Entscheidend ist, dass ein junger Mensch zu seinem eigenen Herzen findet und dort die Stimme Gottes hört. Heutzutage stehen dem oft die Flut an Reizen und die Hektik im Weg. Aber wenn der Mensch Zeit für Gebet und Stille findet, kann er seinen Weg entdecken“, sagte er.
Auf der Website kostka300.pl wurde die Möglichkeit hinzugefügt, die einzelnen Etappen der Pilgerroute zu analysieren und sich geistlich in das Gebet für Berufungen einzubringen. Wie der Autor der Seite, Jacek Jelonek, erklärte, können Pilger die Karten der einzelnen Etappen nutzen und die Europakarte an den Orten, an denen sie beten, mit Lichtern erhellen. „Ich glaube, dass mit der Zeit ganz Europa im Gebet für Berufungen erstrahlen wird“, sagte er in Rom. Der erste Punkt auf dieser besonderen Gebetskarte ist bereits gesetzt – der Heilige Vater war der Erste, der das Berufungsgebet symbolisch auf seinem Tablet eingeleitet hat.
Die Pilgerreise beginnt am 4. Juli in Wien – der Stadt, in der der junge Stanisław Kostka seine Ausbildung absolvierte – und endet am 15. September an seinem Grab in Rom. Innerhalb von zehn Wochen werden zehn Pilgergruppen im Staffellauf über 1.600 Kilometer durch Österreich, Deutschland und Italien zurücklegen, auf einer Route, die derjenigen ähnelt, die der Heilige aus Rostków zurückgelegt hat, um in den Jesuitenorden einzutreten. Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien werden sich auf den Weg machen, um in wöchentlichen Etappen im Staffellauf gemeinsam für neue Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben zu beten. Die Initiative ist Teil der Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag der Heiligsprechung des heiligen Stanisław Kostka, der am 31. Dezember dieses Jahres begangen wird.
Ilona Krawczyk-Krajczyńska/ Diözese Płock



