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Tag 61. Città di Castello → Pietralunga [24 km]

Heute hatten wir die bislang längste Etappe vor uns – 24 Kilometer.

Den Mittwoch begannen wir mit einer Eucharistiefeier am Grab der heiligen Veronika Giuliani. Das war für uns eine neue und äußerst stärkende Erfahrung. Viele Gläubige waren von unserem „Berufungskoffer“ fasziniert. Schon das Aufklappen des Koffers löste große Begeisterung aus. Er bot eine hervorragende Gelegenheit, über den Hintergrund unserer Pilgerreise zu berichten.

Als wir Città di Castello verließen, besuchten wir einen wunderschönen italienischen Friedhof, dessen Mauern uns mit Stille und der Gegenwart der Verstorbenen umgaben.

Bei der Wahl der Route hatten wir uns vorgenommen, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln und dabei so wenige Kilometer wie möglich zurückzulegen. Und tatsächlich – es gelang uns, den Weg um einige Kilometer zu verkürzen und dabei so manches wilde Abenteuer zu erleben. Wir kletterten über Felsen und bahnten uns einen Weg durch einen dichten Wald voller Pflanzen und Insekten.

Doch als wir den letzten Ast beiseite schoben, eröffnete sich unseren Augen eine ganz andere Welt: ein weißer Tisch, Stühle, ein bezauberndes Haus und der Bus unserer Quartiermeister, die für uns ein morgendliches Festmahl vorbereitet hatten. Die Frau, die dort wohnte, schlug uns vor, uns in ihrem Garten auszuruhen und zu stärken. Nach einer Weile gesellten sich Piotr und die Schwestern zu uns, und wir genossen den Geschmack von Kaffee und italienischem Gebäck. Der Wind streifte sanft unsere Gesichter, und wir fragten uns gegenseitig: Ist das schon der Himmel oder nur eine Fata Morgana?

Nachdem wir die Stundengebete gesungen und den Segen empfangen hatten, verabschiedeten wir uns von diesem wunderschönen Ort. Von diesem Moment an wanderten wir auf hartem und erhitztem Asphalt. Nach einigen Minuten des Gehens schien der Asphalt jedoch immer weicher zu werden, als könnte man sich darauf hinlegen. Bis nach Pietralunga war es noch weit, aber wir hatten viel Zeit für interessante Gespräche, das Rosenkranzgebet und das Betrachten des grünen Berglandschafts. Mit unseren feuchten Hüten und beim Naschen süßer Weintrauben begannen wir, den Weg ganz anders zu betrachten.

Als letzte Hürde erwiesen sich die Treppen, die sich bis zur Kirche hinaufzogen. Dort dankten wir Gott dafür, dass wir unser Ziel wohlbehalten erreicht hatten. Nach dem Mittagessen lud uns der Pfarrer zu einem Beisammensein bei Limoncello ein – einem aromatischen italienischen Likör aus Zitronenschalen.

Wir beendeten diesen wunderbaren Tag mit der Anbetung Jesu im Allerheiligsten Sakrament und dem Jasna-Góra-Appell.